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„Tretet Ungerechtigkeit entgegen!“ –  Frau Eva Szepesi in der Albert-Schweitzer-Schule Offenbach

Am 23.10.2025 hatte die Studiengruppe zur Gedenkstätte Dachau die Ehre, die Holocaust-Überlebende und Autorin Eva Szepesi kennenzulernen. Wir trafen uns gemütlich in der Schule, vorbereitet mit Keksen und den Büchern über ihre Lebensgeschichte, die Frau Szepesi geschrieben hat.

Wir begrüßten Frau Szepesi und ihre Tochter Anita Schwarz mit selbst gebackenem Challot, eine traditionelle Hefeflechte, deren Rezept aus Frau Szepesis Kinderbuch „Ich war Eva Diamant“ stammt.

Zunächst las uns Frau Szepesi aus ihrem autobiografischen Buch „Ein Mädchen allein auf der Flucht“ vor. Sie erzählte uns ihre Geschichte, von der Flucht aus Ungarn und der Deportation ins Konzentrationslager (KZ) Auschwitz bis zum Auswandern nach 1945 mit ihrem Mann aus Ungarn nach Frankfurt am Main. Frau Szepesi gewährte uns einen Einblick in traumatische Erfahrungen in ihrer Kindheit und den Beginn ihrer Jugend, die Last des Holocausts auf ihren Schultern tragend.

Schließlich folgte eine Diskussionsrunde, in der wir Frau Szepesi Fragen zu unter anderem ihrer Kindheit und dem noch fortlaufenden Heilungsprozess stellen konnten.

Am Ende unterschrieb die Autorin unsere Exemplare ihrer Bücher mit der Aussage und Bitte: „Gegen das Vergessen“. Abschließend sang uns Frau Szepesi auf ungarischer Sprache ein Kinderlied vor, das inhaltlich alle Menschen zum friedlichen Miteinander aufruft, das ihre Mutter ihr als Kind vorgesungen hat. Gerührt von der Nähe, die Frau Szepesi zugelassen hat, verabschiedeten wir uns von ihr und ihrer Tochter und wünschten ihnen alles Gute.

Wir sind sehr dankbar für diese unglaubliche Möglichkeit, eine der letzten Holocaust-Überlebenden persönlich zu treffen. Ein großes Dankeschön an Frau Szepesi und Frau Schwarz, die sich für unsere kleine Gruppe die Zeit genommen haben, nach Offenbach zu kommen. Um es mit Frau Szepesis Worten zu beenden: „Tretet Ungerechtigkeit entgegen und sagt etwas. Benutzt euren Verstand und vertraut nicht allem, was gesagt wird.“

Kinga Urbanski – 12/2025