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UNESCO Studienreise nach Halle an der Saale


Vom 01. auf den 02.09.26 fuhren interessierte Schülerinnen nach Halle an der Saale und erkundeten zusammen mit Schülerinnen und Schüler der UNESCO-Projektschule Ulrich von Hutten aus Halle zum einen das ehemalige Stasiuntersuchungsgefängnis „ROTER OCHSE “ und zum anderen das Stasi-Unterlagen-Archiv -Museum in Halle. 
Besonders beeindruckend waren dabei die persönlichen Erfahrungsberichte des ehemaligen Stasiopfers Lothar Rochau, der eindrücklich davon berichtete, mit welchen Methoden Menschen in der Untersuchungshaft gequält und entmenschlicht wurden, angefangen damit, dass man sie nicht mehr mit dem persönlichen Namen ansprach, sondern als Nummer aufrief entsprechend der Zimmernummer und des Bettes, in dem sie lagen.

Eine Schülerin formulierte: „Ich fand es sehr informativ, dass wir einen Zeitzeugen trafen, der uns aus seiner persönlichen Erfahrung heraus erklären konnte, wie es damals zuging, was genau passiert ist und warum er verhaftet wurde. Besonders hängen geblieben ist mir, dass er deutlich machte, dass zum Beispiel die Stasi (Staatssicherheit) nicht der Auftraggeber der Verhöre war, sondern der Arbeitgeber der Stasi war die Partei der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands).“

Eine weitere Schülerin meinte, „Am besten fand ich die Geschichte von Lothar Rochau, weil sie sehr interessant und gleichzeitig beeindruckend war. Dadurch konnte ich mir besser vorstellen, wie das Leben und die Erfahrungen der Menschen in der Untersuchungshaft damals waren.“ Dies aufgreifend kam eine Schülerin zu dem Schluss, dass Herr Rochau Geschichte sie deshalb sehr beeindrucke und fasziniere, weil er ein so starker Mann gewesen sei, der immer für Frieden gekämpft habe und es habe sich gezeigt, dass es sich auch wirklich gelohnt habe.


Interessante Erkenntnisse erwarteten die Schülerinnen schließlich beim Workshop im Stasi-Unterlagen-Archiv-Museum mit einer Führung durch das riesige Archiv, einer Aufklärung darüber, wie diese Akten dorthin gekommen sind, wie archiviert wird und vor welch riesigen Problemen, allein in Bezug auf die Menge der Akten, die Archivare gestellt sind.

Eine Schülerin resümierte im Rückblick auf den Beginn des zweiten Tages in Halle, „Am zweiten Tag sind wir früh, zu früh für mich persönlich, in das Archiv in Halle gefahren, wo wir mehr über ‚das Spitzeln‘ gelernt haben, wir haben uns mit einem echten Fall auseinandergesetzt und wir durften sogar hinunter zu den echten Dokumenten, die in einem riesigen Archiv lagern.“

Für alle war es spannend zu sehen, wie „die ganzen Akten gelagert werden und wie solche Berichte richtig aussehen.“ Sie stimmten darin überein, dass es ihnen insgesamt gut gefallen habe, weil sie im Stasi-Archiv Museum viele interessante Informationen über die Zeit der DDR (Deutsche Demokratische Republik) und die Arbeit der Stasi erfahren haben und dem System der Anwerbung von Inoffiziellen Mitarbeitern der Stasi (IMS).

Es war für alle eine gelungene Bildungsreise.

[Rö – 09/26]